TSV Vellmar gegen HSG Pohlheim 32:28 (14:16) 20.12.17 13:55 Alter: 360 Tage

Von: Peter Fritschler aus HNA Kassel

Gumula hält Vellmars Sieg fest - TSV schlägt nach einem packenden Schlussspurt die HSG Pohlheim 31:28. Das war nichts für schwache Nerven. In einem packenden Schlussspurt schlug der TSV Vellmar in der Handball-Oberliga der Männer den haushohen Favoriten HSG Pohlheim 31:28 (14:16). Der Sieg basierte auf einer geschlossenen Mannschaftsleistung und einem Christian Gumula im Tor, der wieder einmal einen seiner Glanztage erwischt hatte.

 

DAS SPIEL

Die HSG Pohlheim lag von Beginn an immer mit einem oder zwei Toren in Front, nur beim 3:3 (6.) und 5:5 (13.) glich Vellmar aus. Auch als Abraham Rochel Icardo vier Minuten am Stück die Bank drückte (ab 27:44), schafft es Pohlheim nicht, sich abzusetzen. Beim 21:17 (39.) bis zum 25:21 (47.) für die Gäste sah es noch schlecht aus für Vellmar. Doch dann bündelte der TSV noch einmal alle Kräfte. Pohlheim erzielte in der 54. Minute seinen letzten Treffer im Spiel: 28:25. Dann traf nur noch Vellmar, sechsmal in Folge.

 

Drei schöne Rückraumtore steuerte Slobodan Vukasin (l.) zum unerwarteten Heimerfolg des TSV gegen das Spitzenteam aus Pohlheim bei. (Foto: Katrin Sucker)

DIE ANALYSE

Vellmar stand kompakt in der Abwehr, rückte schnell raus, spielte variabel und versuchte, Spielzüge des Gegners schon im Ansatz zu stören. Probleme hatte der TSV allerdings oft mit den lang angesetzten Varianten über die „Halben“, die aus der Distanz abgeschlossen wurden. Im Angriff wurde lange gespielt, nur wenig zu früh abgeschlossen. Auch durch die häufigen Wechsel kam kein Bruch ins Spiel. 

DER ZERBERUS

Die ganze letzte Woche über schlug sich Christian Gumula mit einem grippalen Infekt herum, am Samstag präsentierte er sich in Topform und hielt den Sieg fest. Und das, obwohl seine Glücksbringer, seine drei Söhne, auf Verwandtschaftsbesuch in Magdeburg waren. „Mit diesem Sieg sind wir für unser hartes Training belohnt worden. Es läuft nur über Kampf und Wille“, sagte Gumula. „Wer jetzt noch da ist, auf den kann man sich verlassen.“ 

DIE TRAINER

„Das war eine gigantische Abwehrleistung“, freute sich Gordon Hauer. „Da hat 60 Minuten eine eingeschworene Mannschaft gespielt.“ Auch Heiko Illian war zufrieden: „Wir haben aus fünf Spielen fünf Punkte geholt.“ Illian lobte, dass man in vielen Phasen des Spiels einen kontrollierten Angriff gespielt habe.

 

Cooler Jahresabschluss – der TSV gewann das zweite Heimspiel in Folge, dementsprechend groß fiel der Jubel nach dem Spiel aus. (Foto: Katrin Sucker)

DER AUSBLICK

Bis zum 3. Januar ist Pause, dann wird das Training wieder aufgenommen, am 20. Januar ist das nächste Saisonspiel in Hüttenberg. Bis dahin sollte Vellmar es schaffen, die bisherigen Abgänge (siehe Hintergrund) zu kompensieren. Vorausgesetzt, es verlassen nicht weitere Akteure den Verein, sähe die Situation im Kampf gegen den Abstieg nicht schlecht aus.

 

TSV: Gumula, Becker; Kirkemann 2, Vukasin 3, Rochel Icardo 2/1, Hujer, Brückmann 2, Stumbaum 8, Trogisch 10/2, Botte 3, Körber 1, Kiebach

 

HINTERGRUND:

Finn Wunderlich und Marc Imberger haben Verein verlassen

Die Umwälzungen beim TSV Vellmar gehen weiter: Nach Christoph Muth und Marcell Botthof haben jetzt auch Finn Wunderlich und Marc Imberger im beiderseitigen Einvernehmen den Verein verlassen. Auf der Bank gab es ebenfalls einen Wechsel. Detlef „Vati“ Sutor, jahrelang die treue Seele der ersten Mannschaft, steht vorerst nicht mehr zur Verfügung. Als Interim fungierte bisher Melanie Adam, nach der Winterpause kommt Mario Faber als Betreuer zurück. Nach der Winterpause sollen auch Neuzugänge, mit denen man in Vellmar in Verhandlungen steht, präsentiert werden. Der frühere Trainer Andreas Paul sitzt übrigens seit zwei Spielen bei der Oberliga-C-Jugend der JSG Dittershausen/Waldau/Wollrode auf der Bank, dort spielt seine Tochter Laura.


Kategorie: Handball, 1. Männer 17/18 1. Männer 17/18