Unter der Devise „Kräfte bündeln“ trafen sich die Verantwortlichen der Handballvereine des TSV Vellmar und der Spielgemeinschaft Ahnatal/Calden zu ersten Gesprächen, um die Frage zu beantworten, inwiefern man mit Jugendspielgemeinschaften leistungsstarke Mannschaften in hohen Spielklassen etablieren könnte.

Der demographische Wandel, aber auch mit dem Hintergrund der Covid-Pandemie, macht den Vereinen sehr zu schaffen. Wieviel Spielerkinder / -jugendliche nach einem Jahr Abstinenz den Handballsport nachgehen wollen oder sich nach anderen Alternativen umgeschaut haben, ist derzeit ungewiss. Um hierfür gut aufgestellt zu sein, bemühen sich die Vereine schon jetzt eine geeignete Plattform zu finden, um den Spielern und Spielerinnen eine reibungslose Wiederaufnahme des Trainings- bzw. Spielbetriebes zu gewährleisten.

Viele Mannschaften haben gerade in den oberen Altersklassen ab der B-Jugend Schwierigkeiten, eine schlagfertige Mannschaft zu stellen. Viele Argumente sprechen für eine nahe Zusammenarbeit, was von allen beteiligten Vereinen immer wieder bestätigt wurde.

"Zum einen wollen wir Abwanderungen von Talenten zu „größeren“ Vereinen in unserer Region verhindern. Wir wollen versuchen unsere eigenen talentierten Spieler/innen in eigenen, leistungsstarken Mannschaften zu fördern. Zudem soll der Übergang der Mannschaften von den Minis bis zur A-Jugend lückenlos gewährleistet sein", so die Jugendleiter Carsten Eberhardt (TSV) und Ricky Cramer (HSG) unisono.

Zum anderen ist eine Kooperation der örtlich nah beieinander liegenden Vereine Ahnatal/Calden und Vellmar auch eine qualitative Chance. Langfristig ist das Ziel einen Leistungsstützpunkt Kassel Nord zu installieren, der den talentierten Spieler/innen aus der Region Nordkreis Kassel als erste Anlaufstelle dienen soll, um qualifiziert den nächsten Leistungsschritt zu gehen, ohne einen größeren fahrtechnischen Aufwand auf sich nehmen zu müssen.

Gute Perspektiven für den Jugendhandball "nördlich" von Kassel ... (Foto: Jan Meyer)

Allen Beteiligten der ersten Sondierungsgespräche freuen sich auf die weiteren Aktionen und der zukünftigen Zusammenarbeit, die in der hoffentlich kommenden Saison ab Sommer 2021 zuerst einmal mit dem Zusammenschluss der weiblichen B-Jugendmannschaft beider Vereine für die kommende Spielsaison beginnen soll. Eine weitere enge Zusammenarbeit soll es in der kommen Saison im Bereich der weiblichen D- und C-Jugend geben.

Zu Gute kommt dieser Entwicklung sicher, dass viele ehemalige „Fahrensleute“ beteiligt sind: seitens der HSG Jugendtrainer Ricky Cramer (Jugendleiter), die beiden ehemaligen TSV-Oberligaspieler Matthias Hertha (2. Vorsitzender) und Marcus Pilz sowie auf Seiten des TSV Gordon Hauer (sportlicher Leiter) sowie Carsten Eberhardt (Jugendkoordinator) und Tobias Dilcher (stellvertretender Jugendkoordinator). TSV-Abteilungleiter Martin Ziegener freut sich: „Damit bekommen die Kinder im Großraum Vellmar, Ahnatal, Calden eine echte Perspektive, was sich sicher langfristig auch im Seniorenbereich positiv auswirkt!“