Nach dem sportlichen Lehrjahr und dem letzten Tabellenplatz in der Handball-Oberliga Hessen zum Zeitpunkt des Corona-bedingten Saisonabbruchs können die Vellmarer Handballer in der Saison 20/21 nun doch in der höchsten Spielklasse des Landes verbleiben. Als einziges nordhessisches Team neben der Bundesligareserve der MT Melsungen.

Der Hessische Handballverband hat in allen Ligen die Abstiege ausgesetzt. In einer Videokonferenz der Vorstände der Handballabteilung und des Fördervereins vom TSV Vellmar wurde am vergangenen Mittwoch nach intensiven Beratungen einstimmig entschieden, den Vorschlag von Sportchef Gordon Hauer und Trainer Abraham Rochel zu unterstützen und dem Verbandsbeschluss zu folgen.

„Das Team hat nach seinem unerwartet schnellen Wiederaufstieg und einer schwierigen Findungsphase gerade in den Partien der Rückrunde mächtig aufgeholt und sich zu einem konkurrenzfähigen Gegner entwickelt“, beschreibt Ex-Trainer Hauer, der nun als Sportlicher Leiter beim TSV fungiert, die Situation. „Ein Abstieg in die Landesliga hätte einen weiteren Umbruch zur Folge gehabt. So können wir aber mit einem nun sehr gut eingespielten Team die Herausforderung Oberliga annehmen“, so Hauer weiter. Wichtig waren dabei für ihn auch die Stimmen des neuen Trainers sowie des Teams. „Alle wollen beweisen, dass sie an Erfahrung zugelegt haben und nun den nächsten Schritt gehen“, berichtet Abteilungsleiter Martin Ziegener. Außerdem werde noch nach weiteren geeigneten Spielern gesucht, die in das neue Sportkonzept passen und das Team verstärken können.

 

Vellmar bleibt der nördlichste Punkt in der höchsten hessischen Handball-Spielklasse, der Oberliga. (Grafik: REfresh)

Jan Meyer, Vorsitzender des Fördervereins und mit dem Marketingteam für die Sponsorenakquise verantwortlich trägt diese Entscheidung ebenfalls mit: „Wir haben in unseren Mittelfristzielen sowieso angestrebt, dauerhaft eine gute Rolle in der Oberliga zu spielen und uns somit auch als Imageträger in der Region zu platzieren. Diese Mission kann nun nahtlos ohne den ein- oder mehrjährigen Umweg über die Landesliga weiterverfolgt werden.“ Großen Respekt haben alle Beteiligte natürlich vor den noch nicht absehbaren finanziellen Rahmenbedingungen durch Corona. „Unsere Ziele werden wir nur durch die Rückendeckung unserer zahlreichen treuen Sponsoren, aber auch des Gesamtvereins TSV Vellmar erfüllen können“, sind sich Meyer und Ziegener mit ihren Vorstandskollegen durchaus bewusst. Aber alle sind bereit, hart dafür zu arbeiten!

In Summe spielen in der neuen Saison voraussichtlich 16 Teams in der Oberliga. Meister ESG Gensungen / Felsberg wird in die 3. Liga aufsteigen, aus den drei Landesligen steigen die HSG Großenlüder / Hainzell (Nord), der TV Petterweil (Mitte) und die HSG Hanau II (Süd) auf. Somit stünden dann 15 Heim- und 15 Auswärtsspiele auf dem Programm. Aufgrund der anstehenden Sanierung der Großsporthalle können Heimspiele aber erst ab Oktober ausgetragen werden.