Vellmar erkämpft im Krimi einen Punkt - TSV holt nach Aufholjagd Remis gegen Petterweil. Spannung pur im Spiel der Handball-Oberliga der Männer zwischen dem TSV Vellmar und dem TV Petterweil. Was zur Halbzeit noch wie eine klare Sache für die Wetterauer aussah, entwickelte sich immer mehr zu einem Krimi. Schließlich behielt der TSV beim 32:32 (13:19) verdient einen erkämpften Punkt in der Großsporthalle.

Die ersten 30 Minuten waren aus Sicht der Gastgeber teilweise gruselig. In den ersten 20 Minuten leisteten sich die Vellmarer neun Fehlwürfe und vier technische Fehler. Dazu war die Abwehr nicht in der Lage die Petterweiler Angreifer zu stoppen. Vellmar zeigte zu wenig Biss, griff zu spät an und offenbarte große Löcher in der Deckung. Die Gäste benötigten noch nicht einmal eine übermäßig gute Leistung, um klar in Front zu liegen. Über 9:7 (14.) und 14:8 (20.) setzten sie sich zur Pause deutlich ab. Auch weil der frühere tunesische Nationaltorhüter Iteb Bouali im Kasten eine starke Leistung bot und viele Würfe der Gastgeber hielt.

Rund gemacht! TSV-Kreisläufer Niklas Willrich (rechts) heizte der Gästeabwehr insbesondere in der Startphase mächtig ein ... (Foto: Katrin Sucker)

Doch in der zweiten Halbzeit hatte sich der TSV besser auf den Gegner eingestellt. Trainer Abraham Rochel hatte offensive, teilweise kurze Deckung angeordnet und der Angriffsmotor des TV Petterweil begann zu stottern. Plötzlich stand es nach 44 Minuten nur noch 24:21 für die Gäste und Vellmar machte weiter Druck. Die Fehlerquote im Angriff war überschaubar, die Abwehr aggressiv sowie bissig und Martin Herwig im Tor rief eine Superleistung ab.

Sahnetag erwischt! TSV-Keeper Martin Herwig war der Erfolgsgarant für den Punkterfolg gegen Petterweil. (Foto: Dirk Krug)

Der TV Petterweil, in dessen Reihen mit Lennart Kusan und Dennis Bachmann zwei ehemalige Nordhessen standen, war verunsichert. Das vorher flüssige und damit auch erfolgreiche Spiel wurde immer wieder durch die Vellmarer Abwehr unterbrochen und die Konterchancen durch die Hausherren genutzt. Vellmar holte Tor um Tor auf, verkürzte den ursprünglichen Sechs-Tore-Vorsprung der Petterweiler mit zunehmender Spieldauer.

Nicht zu bremsen! Freddy Drönner wuchtet hier gegen Petterweils Spitzentorwart Iteb Bouali zum letztendlichen Ausgleich ein. (Foto: Dirk Krug)

So kam es, dass es nach 58:18 Minuten nur noch 31:30 für Petterweil stand. 30 Sekunden später allerdings wieder 32:30 für die Gäste. Doch Vellmar steckte nicht auf und witterte seine Chance. Simon Adam verkürzte auf 31:32 (59:09), dann blockte die TSV-Abwehr und drei Sekunden vor Schluss lochte Frederik Drönner zum viel umjubelten Ausgleich ein. Die letzten drei Sekunden wurden zwar noch einmal angepfiffen, am Ergebnis änderte das dann aber nichts mehr.

Farbe bekannt! Die Firma Rinke Luft- und Dämmtechnik aus Vellmar stiftete den Spielball für das letzte Heimspiel des Jahres, Mitarbeiter Andreas Schmidt (links) überreicht an TSV-Siebenmeter-Ikone Tim Räbiger. (Foto: TSV-Presseteam)

„Wir haben heute Moral gezeigt, uns wieder zurückgekämpft und verdient diesen Punkt geholt“, sagte Torwart Martin Herwig nach der Begegnung, während die 2-G-Plus-Zuschauer auf der Tribüne noch den Punkt beklatschten. Vellmars Trainer Abraham Rochel war mit der ersten Halbzeit seines Teams nicht zufrieden. „Nach der Pause hat die Mannschaft das umgesetzt, was wir in der Kabine besprochen haben“, sagte er. (von Peter Fritschler aus HNA Kassel)

TSV: Herwig, Gumula; Räbiger 6/6, Hoffman, Staubesand 3, Hujer 3, Djuric 2, Stumbaum 2, Adam 5, Koch, J.M. Berninger 1, T.J. Berninger, Willrich 3, Drönner 7