TSV Vellmar belohnt sich nicht - Oberliga-Team unterliegt Wettenberg 28:29. Eine bittere 28:29 (14:12)-Heimniederlage kassierte der TSV Vellmar im Spiel der Handball-Oberliga Nord gegen die HSG Wettenberg. Bitter, weil es ein Punktverlust gegen eine Mannschaft war, mit der man wahrscheinlich in die Abstiegsrunde einzieht. Bitter ab auch, weil man den Sieg ganz dicht vor Augen hatte.

50 Minute lang war Vellmar das Team, das in einer Partie zweier gleichwertiger Teams mehr Druck machte und meist mit zwei Treffern führte. Im Angriff wurde bis auf wenige Ausnahmen konzentriert abgeschlossen. Die Abwehr stand sicher vor einem glänzend aufgelegten Martin Herwig im Tor. Keeper Christian Gumula fehlte wegen Krankheit, Daniel Brückmann wegen Verletzung, der muskulär angeschlagene Lance-Phil Stumbaum saß zwar auf der Bank, wurde aber nicht eingesetzt. Dazu fiel Max Staubesand ab der 40. Minute nach einem Foul eines Wettenberger Spielers auch aus.

 

Standfest: TSV-Keeper Martin Herwig bewies mit einer erneut starken Leistung, dass Vellmar sich auf klasse Torhüter verlassen kann. (Foto: Katrin Sucker)

Über 8:5 (14.), 12:9 (23.) und 13:10 (25.) ging es mit einer 14.12-Führung in die Pause. Den ersten Angriff der Wettenberger nach dem Wiederanpfiff parierte Herwig und im Gegenzug erhöhte Jonas Koch in Unterzahl auf 15:12. Damit schien Vellmar endgültig auf der Siegerstraße. Nach 36 Minuten stand 19:16, dann 21:18 (42.) und 23:20 (47.). Dann versuchte Wettenberg die Kreise des Vellmarers Finn Hujer zu stören und Frederik Drönner früh anzugreifen, was weitgehend gelang. Die Folge war, dass die Gastgeber nervös wurden und Wettenberg zum 23:23 (50.) ausgleichen konnte.

 

Eiskalt: 100% Siebenmeter-Trefferquote – Tim Räbiger zeigte gegen Wettenberg keine Nerven. (Foto: Katrin Sucker)

Der TSV Vellmar kämpfte dann zwar bis zum Umfallen, konnte aber das Blatt nicht mehr wenden. Wettenberg führte 26:24 (56.), Vellmar kam auf 26:26 heran, dann lag die HSG mit 27:26 (58.) vorn, aber Vellmar glich noch einmal aus (58.). Die cleveren Gäste, bei denen Torjäger Tom Warnke wegen einer Schulterverletzung fehlte, spielten die Partie geschickt zu Ende und trafen noch zweimal zum 28:27 und 29:27. Simon Adams Treffer mit dem Schlusspfiff war nur noch Makulatur.

Förderlich: Den Spielball für den Rückrundenauftakt präsentierte der SPD-Ortsverein Vellmar. Till Jonas Berninger bedankte sich herzlich bei Walter Brück (rechts), dem Vellmarer SPD-Vorsitzenden. (Foto: Katrin Sucker)

„Wir haben grundsätzlich nicht schlecht gespielt, aber die Fehler in den letzten zehn Minuten bringen uns um den Sieg“, sagte TSV-Trainer Abraham Rochel. Und der sportliche Leiter Gordon Hauer fügte hinzu: „Wir haben Wettenberg einen großen Kampf geliefert.“ An Willen und Kampf hat es Vellmar sicher nicht gefehlt, aber es sind die Fehler, Fehlpässe, schlechte oder zu frühe Abschlüsse und Missverständnisse, die den Gegner in Ballbesitz bringen. Zwölfmal unterliefen dem TSV solche Fehler, siebenmal nutzte das Wettenberg direkt zum Gegentor. (von Peter Fritschler aus HNA Kassel)

TSV: Herwig, Scholler; Räbiger 5/4, Hoffmann, Staubesand 3, Hujer 2, Djuric 3, Stumbaum, Adam 3, Koch 4, J. M. Berninger 1, T. J. Berninger, Willrich 1, Drönner 6.