Härtetest für Vellmar

Unaufhaltsam stürmen die Handballer des TSV Vellmar durch die Landesliga. Zwölf Spiele, zwölf Siege lautet die makellose Bilanz. Im Schnitt gewann der TSV mit 13 Toren Differenz. Unaufhaltsam eben. Doch nun steht die vermeintlich schwerste Prüfung bevor. Am Sonntag (10.12.) ab 17 Uhr gastiert der Spitzenreiter beim Tabellenzweiten MSG Körle/Guxhagen (Kreissporthalle Guxhagen).

Die Vorzeichen

Pünktlich zum Spitzenspiel vermelden die Vellmarer mit der frühzeitigen Vertragsverlängerung von Trainer Abraham Rochel und Co-Trainer Vladimir Djuric sowie von Torhüter Christian Gumula eine wichtige Weichenstellung für die kommende Saison sowie ein bedeutendes Zeichen an die Mannschaft.

Die Gastgeber sind härtester und – Stand jetzt – einzig ernsthafter Verfolger der Vellmarer. Nur drei Punkte liegt das Team von Trainer Christian Schade hinter dem TSV zurück. Bringt es den Gästen die erste Niederlage bei, ist im Titelkampf alles wieder offen. Gewinnt der Spitzenreiter, könnte eine kleine Vorentscheidung gefallen sein. Für Körle/Guxhagen ist es das letzte Spiel des Jahres, Vellmar muss am Wochenende darauf noch in Ost-Mosheim ran.

TSV-Rückraumexperte Nebo Kanizaj freut sich auf das Top-Duell gegen Körle/Guxhagen. (Foto: Dirk Krug)

TSV Vellmar

Trotz der beeindruckenden Siegesserie herrschte bei den Vellmarern, die bis auf Ben Lücking und Tjark Hoffmann komplett sind, nicht immer absolute Zufriedenheit mit den eigenen Leistungen. „Ja, wir haben noch Luft nach oben, auch wenn wir mit der Punktausbeute natürlich sehr zufrieden sind“, sagt Finn Hujer. Was noch besser laufen könnte, schildert der TSV-Kapitän so: „Wir zeigen unser Potenzial nicht immer über 60 Minuten, sondern leisten uns hier und da zehn schwache Minuten. Manchmal ist auch der eine oder andere von uns nicht in Bestform. In einem Spitzenspiel reicht das dann womöglich nicht mehr.“

Von einer Art Vorentscheidung im Falle eines Sieges mag Hujer nicht sprechen. „Nein, so weit lehnen wir uns nicht aus dem Fenster. Dazu ist es noch zu früh. Und wir sind zwar zuhause sehr stabil. Aber auswärts kann man in dieser Liga immer mal Punkte abgeben, wie die Patzer der Konkurrenz bewiesen haben“, sagt Hujer.

Körle/Guxhagen erachtet er als Gegner, „der auf fast allen Positionen über absolute Spitzenleute verfügt“. Zugute könnte dem TSV laut Hujer kommen, „dass der Druck nicht auf unserer Seite liegt und wir stressfrei aufspielen können. Wir bleiben vorn, selbst wenn wir verlieren.“ Von Letzterem geht der Kapitän nicht aus. „Ich bin überzeugt, dass wir gewinnen.“

Körle/Guxhagen

„Die Vorfreude ist riesengroß. Man lebt und arbeitet als Sportler auf so ein Ereignis hin“, sagt Körle/Guxhagens Spielmacher Eugen Gisbrecht, der auch bereits für den TSV auflief. Den Schlaf raubt ihm der Gedanke an den Schlager dennoch nicht: „Ich habe ja schon ein paar solcher Spiele im Auf- oder Abstiegskampf mitgemacht. Aber das Prickeln ist schon noch da, das nutzt sich nicht ab.“

Die bisher so souveränen Gäste sind für Gisbrecht Favorit. „Aber wir müssen uns nicht verstecken und können mit breiter Brust antreten“, sagt er und fügt an: „Wir wollen schließlich alles dafür tun, dass die Liga nicht schon so früh langweilig wird.“

Aus seiner Zeit in Vellmar stehen nur noch Torhüter Christian Gumula und Lance-Phil Stumbaum auf dem Parkett. Gerade vor dem Schlussmann hat Gisbrecht großen Respekt: „Er ist mit unserem Stephan Wicke einer der stärksten der Liga.“ Daneben schätzt er den starken Angriff des TSV. „Allerdings ist auf unsere Deckung auch immer Verlass.“ (von Wolfgang Bauscher aus HNA Kassel)