MSG Körle/Guxhagen gegen TSV Vellmar 32:20 (17:12)

Böses Erwachen für Vellmar. 20:32-Pleite im Topspiel bei Körle/Guxhagen. „Kneift mich, Jungs! Ich kann’s nicht fassen, ich bin unendlich stolz auf euch“, ließ Christian Schade, Trainer der MSG Körle/Guxhagen, den Emotionen seiner Mannschaft gegenüber freien Lauf. Kneifen angesichts der deftigen Klatsche mussten sich wohl auch alle Beteiligten beim TSV Vellmar. Denn der bis dahin ungeschlagene und verlustpunktfreie Spitzenreiter der Handball-Landesliga der Männer geriet beim härtesten Verfolger mit 20:32 (12:17) unter die Räder.

Lediglich in den ersten zehn Minuten spielten die Gäste auf Augenhöhe mit. Danach dominierten die Gastgeber aus einer hoch konzentrierten, leidenschaftlich agierenden 6:0-Deckung mit Tom Küllmer und Magnus Rulff im Mittelblock das Geschehen. Dahinter brachte Torhüter Stephan Wicke den mit Abstand torgefährlichsten Angriff der Liga an den Rand der Verzweiflung.

Ex-TSVer Eugen Gisbrecht (Mitte) war mit acht Treffern einer der Garanten des Heimsiegs von Körle/Guxhagen. (Foto: Dirk Krug)

Vorn fand Körle/Guxhagens Regisseur Eugen Gisbrecht, der das Spielmacherduell gegen Finn Hujer klar für sich entschied, immer wieder Lösungen gegen die auf Konter spekulierende 5:1-Deckung des TSV. Davon profitierten in erster Linie die Flügelspieler Jan Dobriczikowski und Niklas Griesel. Die vollstreckten sicher, sodass Vellmars Schlussmann Chistian Gumula nach 20 Minuten entnervt an Tom Scholler übergab. Der machte seine Sache ordentlich, doch auch er konnte die 17:12-Halbzeitführung der HSG nicht verhindern.

Ab der 20. Minute hütete Tom Scholler (rechts) das TSV-Tor, die gesamte Abwehr hatte am diesem Abend einen rabenschwarzen Tag. (Foto: Dirk Krug)

Die erhoffte Vellmarer Aufholjagd verpuffte nach der Pause kläglich, weil Wicke kaum zu bezwingen war und bis zur 46. Minute nur ein Tor zuließ. Auf der Gegenseite zauberten Gisbrecht, Bachmann, Thore Schröder sowie Jan Dobriczikowski munter weiter. Auch eine früh attackierende 4:2-Deckung des TSV als letztem Rettungsversuch brachte die MSG-Angreifer nicht aus dem Konzept. Als Kreisläufer Magnus Rulff sechs Minuten vor Schluss das 30:15 markierte, war das Vellmarer Debakel perfekt. In der verbleibenden Restzeit betrieben die Gäste immerhin noch ein wenig Ergebniskosmetik.

Auch das noch: gelbe Karte für TSV-Coach Abraham Rochel. (Foto: Dirk Krug)

TSV-Trainer Abraham Icardo zeigte sich als fairer Verlierer: „Um ein Spitzenderby zu gewinnen, brauchst du bissige Spieler. Die steckten heute allesamt im Trikot von Körle/Guxhagen.“ Und sein Spieler Jonas Koch ergänzte vielsagend: „Unsere Angriffsleistung war katastrophal, aber es gibt ja noch ein Rückspiel.“
Zunächst jedoch hat die MSG die Tabellenspitze übernommen – trotz eines Minuspunktes mehr. Vellmar muss kommenden Samstag noch mal ran und kann sich den Platz an der Sonne bei einem erwartbaren Sieg in Ost-Mosheim zurückerobern. (von Max Alter aus HNA Kassel)

Körle/Guxhagen: Wicke, Ebert - Dobriczikowski 5, Rulff 3, Gisbrecht 8/4, Bachmann 5, N. Griesel 5, Schröder 5, Janik Lanatowitz 1, L. Griesel, Schmoll, Ploch, Küllmer

TSV: Gumula, Scholler - Räbiger, Kanizaj, Stein, Hujer 1, König 7/4, Stumbaum, Gockell 1, Adam 4, Badenheuer 2, Koch 1, Willrich 1, Drönner 3